Vegetarische Lasagne – genießen auf Italienisch!

In Italien ist das Essen ein fester Bestandteil der Kultur. Es wird nicht nur gegessen, um satt zu werden. Im Gegenteil: Man nimmt sich für die Mahlzeiten viel Zeit und geniesst sie zusammen mit der Familie oder mit Freunden. An Sonntagen kommt in den meisten italienischen Haushalten traditionell eine Lasagne auf den Tisch. Gemeinsam sitzt man um die grosse dampfende Auflaufform. Zwischen den geschichteten Nudelplatten befindet sich eine köstliche Füllung – meist besteht diese aus Hackfleisch und Béchamelsauce. Natürlich gibt es aber auch viele vegetarische Variationen, denn Gemüse spielt bei italienischen Gerichten eine grosse Rolle.

Italien – ein Land mit einer Vorliebe für Gemüse

 Die vielen unterschiedlichen Regionen mit ihren jeweiligen Spezialitäten macht die italienische Küche so besonders. Gekocht wird oft mit dem, was vor Ort wächst und gedeiht. Das milde Klima eignet sich bestens für den Anbau von Obst und Gemüse. Man hält in Italien mit 99 Obst- und Gemüsearten mit geschützter Ursprungsortkennzeichnung bzw. geschützter geografischer Lage den europäischen Rekord in Sachen Vielfalt. Und entsprechend abwechslungsreich ist die italienische Küche: Reine Gemüsespeisen sind zwar eher selten zu finden – jedoch gehört Gemüse zu fast jedem Gericht dazu. Fruchtige Tomaten, aromatisches Olivenöl, würziger Knoblauch, knackige Zucchini und schmackhafte Auberginen oder Artischocken – ohne diese Zutaten wären das Essen nur halb so gut. Ein Gemüseeinkauf auf dem Wochenmarkt ist in Italien ein wundervolles Erlebnis. Dabei kann man nicht nur die zahlreichen Stände mit köstlichem Gemüse bestaunen, sondern auch volle Einkaufskörbe entdecken. Denn mit über 400 g durchschnittlichem Obst- und Gemüseverzehr am Tag liegt Italien im europäischen Vergleich ganz weit vorne. 

Lasagne und Gemüse: die perfekte Kombination

Wenn kein Fleisch verwendet wird, eröffnen sich plötzlich viele Möglichkeiten für die Zubereitung einer Lasagne. Mit einer Sosse aus Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Zucchini, Auberginen, Sellerie und Möhren lässt sich das klassische Ragù alla bolognese ganz leicht als vegetarische Variante kreieren. Gemeinsam mit Béchamelsosse und überbacken mit Parmesan zaubert man schnell einen unvergleichlichen Nudelauflauf auf den Tisch. Natürlich geht es auch ausgefallener. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Kastanienlasagne mit Ricotta? 
Als Lasagne-Hochburgen gelten in Italien übrigens die Region Marken in Mittelitalien und Emilia-Romagna mit der Hauptstadt Bologna. In Mailand serviert man die Lasagne mit Champignons und Gorgonzola –  die Italiener nennen diese Spezialität „Lasgane alla Milanese“. Eine feine Sosse aus Milch, Mehl, Knoblauch, Gorgonzola und Petersilie wird abwechselnd mit den feinen Nudelplatten in eine Auflaufform geschichtet. Aber auch in Süditalien gibt es eine köstliche vegetarische Variation – die „Lasagne e Ceci“ mit einer Sosse aus Kichererbsen.

Lasagne richtig schichten

Das Geheimnis der Lasagne liegt in ihren Schichten. Kennt man die richtige Technik, gelingt jede Lasagne – sogar ohne Rezept. Beginnen Sie immer mit der flüssigen Schicht, zum Beispiel Tomatensosse und giessen Sie diese auf den Boden der Auflaufform. So bekommt die Lasagne von unten genügend Flüssigkeit und die Nudelplatten kleben nicht fest. Erst dann folgt eine erste Schicht Lasagneplatten. Ob man die trockenen Nudelblätter vorkocht oder nicht – da gehen die Meinungen auseinander. Kochen sie am besten vor, wenn die Füllung eher trocken ist. Denn der Nudelteig wird nur dann richtig gar, wenn er von genügend Flüssigkeit umgeben ist. Die nächste Schicht besteht aus Béchamelsosse und etwas Käse. Dann folgt wieder eine Schicht mit Nudelplatten. Diese Schritte wiederholen Sie, bis Sie am oberen Rand der Auflaufform angekommen sind. Die allerletzte Schicht besteht immer aus Lasagneplatten, die mit Béchamelsosse bedeckt werden. Nun kommt noch geriebener Käse als abschliessende Schicht zum Einsatz. Er sorgt für eine schöne, braune Kruste. Wenn Gemüse in die Lasagne soll, ist eigentlich nur eines zu beachten: Man muss es gleichmässig zwischen den Schichten verteilen und die Schichten dabei nicht zu dick machen. Zudem soll das Gemüse immer von genügend Flüssigkeit umschlossen sein, denn nur dann gart es gut und gleichmässig. Legen Sie deshalb das Gemüse immer auf die Béchamelsosse, geben Sie etwas Tomatensosse hinzu und erst dann kommt eine Schicht Nudelplatten.

Wissenswertes über Lasagne

Wissen Sie eigentlich, dass in Italien nur die Nudelplatten als Lasagne bezeichnet werden? In Deutschland meinen wir mit dem Begriff jedoch das ganze Gericht. Der Teig aus dem Lasagne herstellt ist, besteht aus Hartweizengriess, Wasser und Salz. Deshalb fühlen sich die feinen Nudelblätter etwas rau an und lassen sich ganz leicht auseinanderbrechen. Lasagne gehört zu den sogenannten „pasta secca“. Hier wird kein Ei in den Pasta-Teig gegeben und die Nudeln werden nach der Herstellung getrocknet. „pasta fresca“ hingegen bereitet man immer frisch zu. Sie enthalten Eier, die den Teig geschmeidig und formbar machen. Übrigens gibt es über 200 Pastasorten, die weltweit produziert werden. Alle haben ihren eigenen Namen und werden in grösseren Kategorien zusammengefasst. Lasagne gehört zu den Bandnudeln, die man in Italien Lasagnette nennt.

Lasagne – eine Spezialität aus Italien?

 Lasagne ist ein Pastagericht und Pasta kommt aus Italien. Oder etwa nicht? Tatsächlich haben britische Forscher bei Recherchen in den Archiven des Britischen Museums eine besondere Entdeckung gemacht. In einem Kochbuch, das am Hofe von Richard II verfasst wurde, finden die Wissenschaftler ein Rezept für ein Gericht, das den Namen „Loseyns“ trägt. Dabei handelt es sich um geschichtete Nudelplatten mit Käsesosse. Die Herren sind sich sicher: Die Wiege der Lasagne liegt in Grossbritannien. Die Italiener haben ihre eigene Erklärung, denn auch sie verfügen über ein altes Manuskript aus dem 14. Jahrhundert, in dem die Lasagne schriftlich erwähnt ist. In England verdrängt dann ein neues Nahrungsmittel die Nudeln – die Kartoffel hält dort im 15. Jahrhundert Einzug. In Italien jedoch hat man den Nudelauflauf perfektioniert und die verschiedensten Varianten des Nudelklassikers kreiert.

So isst man in Italien!

Die Italiener haben nicht umsonst La Dolce Vita erfunden. Auch das Essen geniessen sie in vollen Zügen – oft dauert es mehre Stunden. Ein Abendessen wird in Norditalien ab 19:30 Uhr eingenommen. In Sizilien kann es auch mal 22:30 Uhr werden. Den Anfang macht eine warme oder kalte Vorspeise – die Antipasti. Dann folgt als erster Hauptgang die sogenannte „primo piatto. Serviert wird ein Nudelgericht mit einer leichten Sauce. Im Anschluss kommt die zweite Hauptspeise auf den Tisch – meistens Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte. Eine süsse Nachspeise, die in Italien „Dolci“ genannt wird, beendet das ausgiebige Menü. Schon der Gedanke an Tiramisu oder Panna cotta lässt Geniesserherzen höher schlagen. Nach dem Essen folgt meist ein Espresso. Vorsicht: Nach Cappuccino sollte man in Italien nach dem Abendessen nicht verlangen. Denn das trinken echte Italiener nur zum Frühstück.